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Voice & Tone Design

über die richtige Tonlage im UX-Writing

- inklusive Exkurs zum Thema externe Links im UX-Design -

Lesezeit: ca. 5-10 Minuten =
  

Brutalismus im Webdesign

Vor kurzem habe ich einen Artikel über das Thema UX-Writing geschrieben und gleich danach im Anschluss mir das Buch "UX-Writing & Microcopy" von Kinneret Yifrah zu Gemüte geführt. In diesem wiederum bin ich auf den Begriff Voice & Tone Design gestoßen. Das Thema hat mich so sehr gefesselt, dass ich unbedingt einen Artikel darüber schreiben wollte. Gesagt, getan, allerdings kannst du besagten Artikel dieses Mal nicht hier lesen, sondern im  t2informatik-Blog als Gastartikel. Falls du sofort zum angekündigten Voice & Tone Thema wechseln willst, dann klicke jetzt auf den unten stehenden Button. Ansonsten empfehle ich dir noch, meinen kleinen Exkurs zur Thematik "externe Links im UX-Design".

 

Wieso ein Exkurs zum Thema externe Links?

Du fragst dich jetzt sicherlich, warum ich an dieser Stelle über das Thema "externe Links" in der User-Experience schreibe, wenn die Überschrift doch Voice & Tone Design lautet? Oder bist du gar wegen dem Thema "externe Links" hierhergekommen und warst von der Überschrift im ersten Moment verwirrt? Beides sind berechtigte Einwände, dessen Hintergrund ich dir allerdings kurz erläutern möchte.

 

Vor kurzem habe ich vom t2informatik-Blog das Angebot bekommen, einen Gastartikel zu verfassen. Da ich mich im Rahmen meiner Artikel gerne mit neuen Themen beschäftige und ungern für mich altbekanntes wiederkäue, war für mich klar, dass ich über ein Thema schreibe, das ich noch nicht hier im Blog behandelt habe. Unweigerlich ist bei mir im Anschluss die Frage aufgekommen: Wie teile ich den Link dann mit meinen Lesern, um ihnen meine Erkenntnisse aus dem Gastartikel nicht vorzuenthalten? Nur über Social-Media? Nein danke, da er ja dann irgendwann in dem Post-Nirvana untergehen und vllt. sogar in Vergessenheit geraten würde. Außerdem wollte ich nicht diejenigen ausschließen, die nicht in den sozialen Medien vertreten sind. Also was tun? Ein externer Link musste her. Aber wie binde ich diesen sinnvoll in mein Websitekonzept ein und ist es überhaupt ratsam externe Links anzubieten, da die User dann deine Seite verlassen und unter Umständen nicht mehr zurückkehren? Fragen über Fragen, die ich in diesem kleinen Exkurs gerne klären möchte.

 

Warum überhaupt externe Links anbieten?

In der SEO-Welt sind externe Links wichtig, um ein besseres Google-Ranking zu erzielen. Doch trifft das auch für die User-Experience zu? Warum sollte ich meinen Nutzern externe Links aufzeigen? Inwiefern biete ich meinen Nutzern damit einen Mehrwert? Auf den ersten Blick sicherlich, um weiterführende Informationen zu bieten. Kaum eine Website wird über alles und jeden Bescheid wissen, weshalb ein weiterführender Link zu einer externen Seite für mich wie eine Art Fußnote oder Literaturhinweis ist.

 

Obwohl die Intention hinter einem externen Link in der Regel positiv gemeint ist, sollte man dennoch sparsam damit umgehen. Das meint zumindest der UX-Experte Jens Jacobsen. Er plädiert auf seinen Blog contentmanager.de dafür, sich genau zu überlegen, ob man den Nutzer externe Links aufzeigt. Letzten Endes unterbricht man damit ein Stück weit den Userflow und es bestünde immer ein Restrisiko, dass der Nutzer auf der fremden Seite zu lange verweilt und die Ursprungsseite endgültig verlässt. Allerdings ist letzteres ja eher ein Nachteil für den Websitebetreiber und weniger für den Nutzer ;-)

Darüber hinaus führt er an, dass man dem User Orientierung böte, indem man ihn weniger Möglichkeiten lässt, ihn nicht mit zu vielen Informationen aufeinmal überhäuft und nur die passenden Links in der richtigen Situation präsentiert (das gilt allerdings für jede Art von Verlinkung, intern sowie extern). Zusammengefasst bedeutet das: externe Links sind als weiterführende Information gut, aber nur an der passenden Stelle und im angemessenen Rahmen.

 


Externen Link als solchen kennzeichnen

Links als solche (extern sowie intern) müssen erkennbar sein. In der Regel sind sie blau eingefärbt und teilweise unterstrichen. Aber wie erkenne ich, ob es sich um einen externen oder internen Link handelt? Damit der User kein Überraschungsei bekommt, verwirrt oder unsicher ist, kann es sinnvoll sein, im Link selbst einen Hinweis einzubauen, ob man auf eine interne oder externe Seite verlinkt. Doch wie kennzeichne ich eigentlich einen externen Link?

 

Zur Kennzeichnung von externen Verlinkungen habe ich eigentlich nur eine Möglichkeit gefunden. Man fügt hinter dem Link ein kleines Icon in Form eines nach rechts oben zeigenden Pfeils ein  ). Ähnlich wie die Diskette für die Aktion "Speichern" steht, ist vielen User bereits dieses kleine Icon als Hinweis für einen externen Link bekannt. Mit unterschiedlichen Farben sollte eher nicht gearbeitet werden, da neue Nutzer auf deiner Seite ja nicht wissen können, welche Farbe für welche Art von Link steht. Diese Informationen müssen sie erst neu lernen und bis dahin sorgen die unterschiedlichen Farben eher für Verwirrung als für Klarheit.

 

Extra Tab öffnen oder nicht? - Das ist hier die Frage

Eine weitere Frage, die im Zusammenhang mit externen Links auftaucht ist die Frage nach der Ausführung. Sollte beim Klick auf den Link ein neuer Tab geöffnet werden oder lädt sich die Verlinkung im selben Tab? Diese Frage wird im Netz heiß diskutiert und eine richtige Einigung gibt es meines Erachtens nach nicht. Die einen sind eher Verfechter des neuen Tabs und andere wiederum finden es besser, wenn sich ein externer Link im selben Tab öffnet. Ich persönlich bin mir auch nicht sicher, was denn nun die beste Lösung wäre und habe deshalb einfach für dich die Vor- und Nachteile beider Optionen zusammengetragen, damit du selbst entscheiden kannst ;-)

 

Extra TAb öffnen

 

Pro:

  • Nutzer können leichter zu der Ursprungsseite zurückkehren
  • Übersichtlichkeit (alle interessanten externen Links sind in einem Browserfenster gleichzeitig geöffnet und überschaubar)
  • keine zusätzlichen Warte-/ Ladezeiten bei der Rückkehr zur Ursprungsseite, ausgelöst durch das Drücken des Zurück-Buttons

 

Contra:

  • Risiko, dass mobile User verloren gehen
  • kann für Verwirrung sorgen, weil der User vorher nicht wissen kann, ob sich ein neuer Tab öffnet
  • weniger Kontrolle für den User (User kann nicht eigenmächtig entscheiden wie der Link sich öffnen soll)
  • unterbricht den Userflow

im selben Tab öffnen

 

Pro:

  • bequem beim mobilen Surfen
  • sorgt für weniger Verwirrung (keine Unsicherheiten, wo sich der neue Tab geöffnet hat.)
  • mehr Kontrolle für den Nutzer (User kann selbst entscheiden, ob er den Link im neuen Tab öffnen will oder nicht, zum Beispiel mit einem Klick auf die rechte Maustaste)

 

Contra:

  • User verlassen die eigentliche Website
  • User finden schwieriger zur Ursprungsseite zurück (Back-Button-Fatigue)
  • zusätzliche Warte-/ Ladezeit bei der Rückkehr zur Ursprungsseite

Meine Learnings

Bisher haben sich meine externen Links eher aus dem Kontext heraus ergeben und es war nur beim Lesen eindeutig, um was für eine Art Verlinkung es sich handelt. Aber reicht das? Wahrscheinlich nicht, wenn man bedenkt, dass viele Nutzer den Text nur überfliegen oder scannen. Auf den ersten Blick bzw. beim Abscannen des Textes ist dann nicht ersichtlich, um welche Linkart es sich handelt. Dieser Problematik kann man jedoch mit einem einfachen Icon aus dem Weg gehen. Ein Fehler beziehunsweise Versäumnis meinerseits, das ich in den nächsten Wochen Stück für Stück korrigieren werde. Nach und nach werde ich meine bisherigen Seiten nach externen Links durchforsten und diese um das folgende Icon ergänzen: 

 

Was die Fragestellung 'extra Tab oder nicht' angeht kann ich nur sagen, dass ich mich einfach für das Öffnen eines neuen Tabs bei externen Verlinkungen entschieden habe. Diese Entscheidung basiert allerdings eher auf meinen persönlichen Präferenzen und weniger auf eindeutigen Fakten. Ich denke in diesem Punkt muss jeder nach Bauchgefühl entscheiden, da es laut Debatte offensichtlich auf beiden Seiten Vor- und Nachteile gibt.

 

Fazit zum Thema externe Links

Externe Links sind ein kleines, aber nicht unwichtiges Detail für die User-Experience. Sie bieten zusätzliche Informationen und richtig markiert können sie außerdem für Klarheit sorgen, dem Nutzer mehr Kontrolle ermöglichen und den Userflow unterstützen. Allerdings zeigen diverse Debatten im Netz auch, dass der optimale Umgang mit ihnen, zumindest im Bereich UX, noch nicht existiert. Wir dürfen daher gespannt sein, was die Zukunft in puncto externe Verlinkungen noch für uns bereithält ;-)

 

Danke, dass du dir die Zeit für meinen kleinen Exkurs genommen und ihn unter Umständen sogar gelesen hast :-) Hat er dir gefallen? Falls ja, würde ich mich freuen, wenn du ihn mit deinen Freunden auf Social-Media teilst.